Nützliches und Interessantes Fotografie Zubehör

Gerade wenn man anfängt sich mit der Fotografie zu beschäftigen, wird man schnell feststellen, dass es eine Vielzahl von Zubehör für die verschiedenen Kameramodelle gibt. Doch welches Zubehör brauchen Sie wirklich? Welches Zubehör ist eher ein „nice to have“ und welches Zubehör ist eher etwas für Spezialisten?

Ein paar Tipps und Erklärungen fr Hobbyfotografen und auch fortgeschrittene Fotografen habe iich hier für Sie zusammengestellt.


MUSS – Die Basisausstattung in der Fotografie

Die Basisausstattung eine Fotografen ist selbstverständlich abhängig davon, was Sie eigentlich fotografieren möchten und ob Sie sich eher als Hobbyfotograf sehen oder gerne mehr aus Ihren Fotografie machen möchten, als ein Hobby. Dennoch gibt es gerade in der Mindestausstattung eine gemeinsame Basis.

Kameragehäuse bzw, Systemkamera

Für jeden Fotografen unabdingbar ist eine Kamera, die zu seinen Bedürfnissen passt. Machen Sie sich vor dem Kauf Ihrer Kamera einen Moment ein paar Gedanken, welche Anforderungen Ihre Kamera erfüllen sollte. Außerdem sollten Sie sich Gedanken machen, was Sie am liebsten fotografieren und was Sie vielleicht gerne fotografieren möchten.

Eine Kamera, die Sie in Zukunft an Ihre veränderten Bedürfnisse anpassen können und über Zubehör individuell erweitern können, Kann später bares Geld sparen! Hinweise dazu, welche Kamera zu Ihnen passen könnte, lesen Sie in meinem Artikel zum Thema „Die Wahl der richtigen Kamera“.

Ersatzakku

Sicher kennen Sie das, Sie wollen gerade loslegen Musik zu hören und der Akku des MP3 Players neigt sich dem Ende, Sie schauen am Ende eines Tages auf Ihr Handy und hoffen, dass die 10% Akkukapazität noch für den Rest des Tages ausreichen.

Moderne Akkus sind sehr gut, sie halten lange und bieten in der Regel ausreichend viel Leistung. Dennoch ist ein zweiter Akku ein absolutes Muss für jeden Fotografen, denn es liegt in der Natur der Sache, dass der Akku seinen Dienst verweigert, während Sie ihn nutzen.

Gerade in der Reise- und auch in der Auftragsfotografie gibt es nichts ärgerlicheres, als wenn Sie ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr fotografieren können, nur weil der Kamera-Akku leer ist.

Ersatz Speicherkarte

Oftmals vernachlässigt, aber dennoch notwendig! Speicherkarten haben heute eine gigantische Speicherkapazität, es passen tausende Bilder auf nur eine Karte, also warum eine zweite Karte mitschleppen, die man vermutlich niemals nutzen wird?!

Speicherkarten sind kleine technische Geräte und diese Geräte sind sowohl hitze- als auch kälteempfindlich und eine Überhitzung der Speicherkarte führt schlicht zu einem Kartenfehler, so dass die Kamera auf die Karte nicht mehr speichern kann oder die Karte gar nicht mehr erkannt wird. Zwar ist dieser Zustand meist nur temporär, aber auch hier gilt „es ist einfach nur ärgerlich, wenn sie ab einem bestimmten Moment nicht mehr fotografieren können.“

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Ihnen von einem Fotojob in München im Jahr 2013 berichten bei dem mir genau das passiert ist. Mein Auftraggeber hatte mich für Außenaufnahmen gebucht, ich sollte auf einem Event fotografieren. Schönes, sonniges Wetter, eine tolle Kulisse und über 37°C im Schatten. Mein schwarzes Kameragehäuse wurde immer wärmer und irgendwann zeigte meine Kamera mit einen „CARD ERROR“ und es lief gar nichts mehr. Durch einen simplen Wechsel der Speicherkarte konnte ich den Job problemlos zu Ende fotografieren. Die zu heiß gewordene Karte funktionierte nachdem sie abgekühlt war auch wieder einwandfrei! Ohne eine Ersatzkarte hätte ich meinem Auftraggeber erklären müssen, warum ich nach der Hälfte des Events keine Bilder mehr machen konnte.

Objektive

Egal ob Sie sich für welchen Kameratyp Sie sich letztlich entscheiden, achten Sie bei der Brennweite Ihrer Kamera bzw. Ihrer Objektive darauf, dass Sie wohl den Weitwinkelbereich (<50mm Brennweite), als auch einen angemessen großen Telebereich (>50mm Brennweite) abbilden können.

Ich empfehle eine Mindestbrennweite von 24mm für Vollformatkameras und einen Telebereich von mindestens 135mm für Vollformatkameras. Diese Brennweitenempfehlung hängt vor allem mit den physikalischen Eigenschaften der einzelnen Brennweiten und deren Einsatzbereich ab. Was das genau bedeutet lesen Sie in meinem Artikel „Objektive und Brennweiten“, eine Erklärung welche Auswirkungen der Cropfaktor Ihrer Kamera auf Ihre Brennweitenwahl hat, finden Sie in meinem Artikel zum Cropfaktor.

Stativ

Fotografie ist das Zusammenspiel von Licht und Zeit, doch bei allem technischen Fortschritt gibt es physikalisch bedingte Grenzen, eine davon ist die Handauslösegrenze, also die Belichtungszeit, die Sie mindestens brauchen, um ein Bild ohne die Hilfe eines Stativs auslösen können.

Doch nicht jede Belichtungszeit können Sie von Hand auslösen, nicht jede Lichtsituation können Sie steuern oder durch den ISO-Wert ausgleichen.

Immer wenn die Belichtungszeiten zu lang werden, muss die Kamera mit Hilfe eines Statives ruhig gelagert werden und dazu brauchen Sie zwingend ein Stativ.

Bildbearbeitungsprogramm

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die Digitalfotografie vollkommen fertige Ergebnisse liefert und die Bilder unbearbeitet genutzt werden können. Die Bilder sind zwar „fertig“, jedoch sind sie nur eine Möglichkeit, wie das Bild aussehen könnte, es sind quasi Interpretationsvorschläge der aufgezeichneten Daten, wer jedoch das beste Ergebnis aus seinen Bilder herausholen möchte, kommt um ein Bildbearbeitungsprogramm nicht herum. Mehr dazu in meinem Artikel zum Thema „Bildbearbeitung, ein absolutes Muss für beste Qualität“.


SOLLTE – generelle Möglichkeiten der Erweiterung

Neben dem absoluten Muss in der Kamera-Ausrüstung, gibt es natürlich auch Dinge, die man nach und nach holen kann, um seine Möglichkeiten zu erweitern und zu verbessern. Fotografie ist abhängig vom Licht und unterliegt den Regeln der Physik und Optik, doch mit ein paar hilfreichen Zusätzen können Sie einfach mehr aus Ihren Bildern machen und ersparen sich an manchen Stellen die sonst notwendigen Nachbearbeitungsschritte!

Schutzfilter oder UV-Filter

Objektive sind teuer und auch wenn die heutigen Linsengläser in der Regel sehr gut veredelt werden und nicht mehr so leicht zerkratzen, ein starker Kratzer in der vorderen Linse kann dazu führen, dass das gesamte Objektiv reif ist für die Mülltonne!

Eine Reparatur lohnt in der Regel nicht, da der Austausch einer Linse nur unter staubfreien Laborbedingungen möglich wäre und es sich be einem Objektiv um ein in sich geschlossenes System handelt, so dass kein Staub, Sand oder gar Wasser eindringen kann.

Ein einfacher Schutzfilter wird daher von vielen Fotografen dauerhaft vor das Objektiv geschraubt. Häufig werden hierzu UV Filter genutzt, da deren Einfluss auf das Bild in der Regel nicht sichtbar ist und sie erst unter bestimmten Bedingungen einen echten Effekt auf das Bild haben. Sie rauben kaum Licht und können problemlos auf dem Objektiv bleiben.

Polarisationsfilter

Einer der nützlichsten Filter und einer der wenigen, die es aus der analogen Welt in die digitale Welt geschafft haben, ist der Polarisationsfilter. Dieser nützliche FIlter entfernt „überschüssiges“ Licht und kann Spiegelungen von beinahe allen glänzenden Oberflächen reduzieren. Über eine „Active D-Lighting“ Funktion Ihrer Kamera wird manchmal versucht den Effekt eines Polarisationsfilters digital zu simulieren, jedoch sind die Ergebnisse in der Regel eher mittelmäßig.

Wie alle Filter sitzt der Polarisationsfilter vor dem Objektiv und hat somit einen direkten, optischen Einfluss auf das Geschehen, Sie können also bereits im Sucher Ihrer Kamera genau sehen, welchen Effekt der Filter auf Ihr Bild haben wird. Durch drehen kann dieser Effekt gesteuert werden.

Polarisationsfilter ermöglichen Ihnen beispielsweise durch Glas hindurch zu fotografieren, verstärken in der Landschaftsfotografie die Farben, dadurch dass sie Lichtreflektionen des weißen Lichts herausnehmen, ermöglichen Ihnen Sonnenspiegelungen auf Wasser zu kontrollieren und lassen bei regennassen Straßen ungewünschte Spiegelungen verschwinden.

Aufsteckblitz

Der Aufsteckblitz oder auch Systemblitz ist gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen sehr nützlich. Er bietet deutlich mehr Leistung als der eingebaute Notblitz. Die Reichweite des Systemblitzes ist damit deutlich größer und die Einsatzmöglichkeiten sind viel flexibler, da diese Blitzgeräte auch ein indirektes Blitzen ermöglichen.


KANN – Spezialausrüstung

Der größte Vorteil in der Fotografie ist die Vielzahl der Möglichkeiten, Sie können Ihre Fotoausrüstung so anpassen, dass Sie sich an Ihre Bedürfnisse anpasst.

Fernauslöser

In der Langzeitbelichtung ist der Fernauslöser ein zwingend notwendiges Zubehörteil. Immer wenn Sie eine Belichtungszeit manuell anwählen müssen und die Kamera nicht mehr direkt am Auslöser bedienen können, um Verwacklungen zu vermeiden, brauchen Sie die Möglichkeit sich von Ihrer Kamera zu trennen.

Spezialobjektive

Makro-Objektive, Fisheye-Objektive, Tilt- / Shift-Objetive, usw. für beinahe jede Spielart der Fotografie gibt es spezielle Objektive, die Ihnen die Arbeit in diesem Bereich erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen!

Marko-Objektive
Ein Makro-Objektiv ist ein Objektiv, das speziell für die Fotografie im Nahbereich entwickelt wurde. Es verfügt über hohe Abbildungsqualitäten, zeichnet sich in der Regel durch eine hohe Lichtstärke (Blende 2.8) und einen Abbildungsmaßstab von 1:1 aus. So ist es Möglich ein Objekt in Lebensgröße auf Ihrem Bildsensor zu verewigen. Makro-Objektive sind in der Regel Festbrennweiten!
Standardobjektive mit Makrofunktion sind in der Regel nicht in der Lage einen solchen Abbildungsmaßstab zu bieten, meist liegt deren Abbildungsmaßstab bei 1:4 oder 1:5, das Objekt wird also verkleinert auf dem Sensor dargestellt und verliert an Detailgenauigkeit

Fisheye-Objektive
Fisheye-Objektive sind Extrem-Weitwinkel-Objektive mit einem sehr großen Blickwinkel und einer sehr kleinen Brennweite (z.B. 8mm). Sie krümmen die Welt sehr stark und sorgen für eine sehr große tonnenförmige Verzeichnung des Gesamtmotivs.

Tilt- / Shift-Objektive
Diese Objektive sind Spezialobjekjtive, die häufig in der Architekturfotografie zum Einsatz kommen, sie verfügen über eine sehr kleine Brennweite, können allerdings stürzende Linien sehr gut ausgleichen. Gerade bei sehr hohen Häusern können stürzende Linien nicht verhindert, aber durch diese Objektive ausgeglichen werden.

externer Belichtungsmesser

Im Studioalltag oder auch bei der Fotografie von großflächigen Objekten mit unterschiedlicher Struktur und einen unregelmäßigen Lichtverlauf ist der eingebaute Belichtungsmesser mit seinen Einstell- und Messmöglichkeiten ggf. nicht exakt genug. Hier hilft ein externes Belichtungsmessgerät.

Anders als der Belichtungsmesser der Kamera, der das Licht nicht direkt am Objekt, sondern aus Sicht der Kamera mißt und damit auf Grund der Entfernung auch das Umgebungslicht mit einbezieht, kann der externe Belichtungsmesser das Licht direkt am Objekt messen. So wird die Messung des vorhandenen Lichts, sowie der Intensität eines Blitzlichtes deutlich genauer und bessere Blendeneinstellungen ermöglicht.


Diese Liste ist natürlich nicht vollständigt, die Fotografie ist vielseitig und auch das Zubehör ist entsprechend umfangreich. ich werde nach und nach weitere Zubehörteile in dieses Liste auflisten und die Liste weiter vervollständigen.